Meine Reise zum Mount Everest Base Camp – 12 Tage im Himalaya
Der Mount Everest Base Camp Trek war für mich eine Reise, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde. Nicht nur wegen des Mount Everest, sondern vor allem wegen der Landschaft, der Höhe und der vielen kleinen Momente unterwegs.
Der Weg nach Lukla – der Trek beginnt mit Geduld
Eigentlich sollte unsere Reise nach Lukla ganz unkompliziert mit einem Flug von Kathmandu starten. Aufgrund des schlechten Wetters konnten wir jedoch zwei Tage lang nicht nach Lukla fliegen. Stattdessen ging es für uns schließlich etwa sechs Stunden mit dem Auto nach Ramechhap, von wo aus die Flüge nach Lukla stattfinden.
Aber auch dort hieß es zunächst: warten. Wir saßen einen ganzen Tag am Flughafen in Ramechhap und hofften darauf, endlich losfliegen zu können. Doch die dichten Wolken vor dem Flughafen von Lukla machten einen Flug weiterhin unmöglich.
Der Flughafen von Lukla gilt als anspruchsvoll und schwierig anzufliegen. Deshalb müssen die Wetterbedingungen für Start und Landung entsprechend gut sein. Bei schlechter Sicht oder dichtem Nebel werden die Flüge gestrichen – Sicherheit geht hier eindeutig vor.
Nach insgesamt zwei Tagen Verzögerung und einem langen Tag am Flughafen hat es dann endlich geklappt: Wir konnten nach Lukla fliegen und unser Abenteuer zum Everest Base Camp konnte beginnen.
Tag 1 – Ankunft in Lukla
Unser Trek startet in Lukla. Schon der Flug dorthin ist ein Erlebnis und macht direkt klar: Jetzt geht es wirklich los. Von Lukla wanderten wir in Richtung Phakding.
Tag 2 – Phakding nach Namche Bazaar
Heute geht es weiter nach Namche Bazaar. Der Weg wird zunehmend anspruchsvoller und die ersten Höhenmeter machen sich bemerkbar. Namche liegt auf etwa 3.440 Metern und ist gleichzeitig ein wichtiger Ort zur Akklimatisation.
Tag 3 – Akklimatisation in Namche
Heute heißt es nicht einfach nur ausruhen. Wir machen eine Wanderung in der Umgebung und steigen zum Everest View Hotel auf. Der erste Blick auf die Berge des Himalaya ist für mich einer dieser Momente, die man nicht vergisst.

Tag 4 – Namche nach Pangboche
Weiter geht es durch die beeindruckende Berglandschaft nach Pangboche auf ungefähr 4.000 Metern. Die Höhe ist mittlerweile deutlich spürbar und jeder Anstieg kostet mehr Kraft.
Tag 5 – Pangboche nach Dingboche
Heute erreichen wir Dingboche auf etwa 4.400 Metern. Hier merke ich endgültig, dass der Körper mit der Höhe arbeitet. Langsames Gehen, ausreichend trinken und Pausen werden immer wichtiger.
Tag 6 – Akklimatisation in Dingboche
Ein weiterer Akklimatisationstag. Wir steigen etwas höher und gehen anschließend wieder zurück nach Dingboche. Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell sich die Landschaft verändert, je höher man kommt.
Tag 7 – Richtung Lobuche
Der Weg führt weiter Richtung Lobuche. Die Luft wird dünner und die Wanderung anstrengender. Gleichzeitig kommt das Ziel immer näher: das Everest Base Camp.
Tag 8 – Lobuche – Gorakshep & Everest Base Camp
Heute ist einer der wichtigsten Tage des gesamten Treks. Von Lobuche über Gorakshep geht es zum Mount Everest Base Camp auf 5.364 Metern. Endlich stehe ich an dem Ort, den ich vorher nur von Bildern kannte. Der Moment ist schwer zu beschreiben – vor allem, wenn man daran denkt, wie viele Höhenmeter und Kilometer hinter einem liegen.

Tag 9 Gorakshep - Kala Patthar - Pheriche
Früh, zum Sonnenaufgang, geht es zum Kala Patthar. Von hier bietet sich ein unglaublicher Blick auf den Mount Everest und die umliegenden Gipfel. Gleichzeitig ist es einer der körperlich anspruchsvollsten Tage. Anschließend haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Es ging von 5.555 Metern auf 4.240 Meter.

Tag 10 – Pheriche nach namche Bazaar
Was auf dem Hinweg noch endlos erschien, geht plötzlich viel schneller. Trotzdem merkt man die Anstrengung der vergangenen Tage. Mit jedem Höhenmeter Richtung Lukla wird die Luft wieder angenehmer.
Tag 11 – Namche Bazaar – Lukla
Der letzte Trekkingtag führte mich von Namche Bazaar zurück nach Lukla. Nach vielen Tagen im Himalaya hieß es nun langsam Abschied nehmen – mit einem letzten Blick auf die Berge und einer Menge schöner Erinnerungen im Gepäck.
Tag 12 – Lukla – Kathmandu
Nun stand nur noch der Rückflug von Lukla nach Kathmandu an. Eine meiner schönsten und aufregendsten Reisen, neigt sich dem Ende.
Mount Everest Base Camp Trek – wichtige Infos
Der Trek ist kein Spaziergang. Besonders die Höhe macht die Tour anspruchsvoll. Eine gute körperliche Grundfitness, Zeit zur Akklimatisation und langsames Gehen sind wichtig.
Für wen geeignet?\ Für alle, die gerne wandern, körperlich fit sind und Lust auf ein echtes Abenteuer haben. Man muss kein Profi-Bergsteiger sein – aber man sollte die Höhe und die körperliche Belastung nicht unterschätzen.
Unterkünfte während des Treks
Übernachtet wird meistens in sogenannten Teahouses oder Lodges. Die Unterkünfte sind eher einfach und nicht mit einem normalen Hotel zu vergleichen. Meist gibt es kleine Zimmer mit Betten und Decken, teilweise auch Mehrbettzimmer.
In den niedrigeren Regionen war der Komfort für mich noch völlig in Ordnung. Je höher wir kamen, desto einfacher wurde es allerdings. Gerade nachts kann es sehr kalt werden.
Essen im Himalaya
Auch beim Essen gibt es überraschend viel Auswahl. In den Lodges und Teahouses gibt es unter anderem Dal Bhat, Nudeln, Reisgerichte, Suppen, Kartoffeln, Momos und verschiedene Snacks. Je höher man kommt, desto teurer werden Lebensmittel und Getränke, da alles aufwendig nach oben transportiert werden muss.
Für mich war warmes Essen nach einem langen Wandertag definitiv eines der Highlights.
Duschen & Hygiene
Duschen ist auf dem Trek grundsätzlich möglich, aber je nach Unterkunft sehr unterschiedlich. In vielen Lodges gibt es warme Duschen, die allerdings extra bezahlt werden müssen. Je höher man kommt, desto einfacher und teurer wird es.
Ich habe deshalb schnell gemerkt: Eine Dusche ist hier eher ein kleines Highlight als etwas, das man jeden Tag unbedingt braucht. 😄 Feuchttücher und eine kleine Reiseapotheke gehören für mich deshalb definitiv ins Gepäck.
Toiletten auf dem Trek
Auch bei den Toiletten sollte man sich auf deutlich einfachere Bedingungen einstellen. In den Lodges gibt es meistens normale Toiletten, teilweise mit westlicher Toilette, teilweise mit einfacherem Standard. Auf den Wanderwegen gibt es natürlich nicht überall eine Toilette – deshalb sollte man die Gelegenheit nutzen, wenn eine vorhanden ist.
Mein Fazit
Der Everest Base Camp Trek war für mich nicht einfach nur eine Wanderung. Es war eine Herausforderung, bei der ich meine eigenen Grenzen kennengelernt habe – und genau deshalb würde ich diese Reise jederzeit wieder machen.
Wer bereit ist, für ein paar Tage auf Komfort zu verzichten, wird dafür mit einer Landschaft belohnt, die man nur schwer in Worte fassen kann.
